DER LEHRSTUHL FÜR ANGEWANDTE MECHANIK

Der Lehrstuhl Angewandte Mechanik an der Technischen Universität München ging 2001 durch Umbenennung aus dem Lehrstuhl B für Mechanik hervor. Seit dessen Gründung 1966 durch Prof. Kurt Magnus wird mit einem hohen Maß an Kontinuität die Technische Mechanik in Lehre und Forschung vertreten. 

Mit weit mehr als 100 Dissertationen und Habilitationen liegen exzellente Forschungsergebnisse vor. Sie konzentrieren sich auf die Dynamik, Regelung und Optimierung mechanischer Systeme, speziell Mehrkörpersysteme.

Unter der Leitung von Prof. Friedrich Pfeiffer ab 1982 gelang es, Grundlagenforschung und Anwendungen in der Fahrzeugindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Antriebstechnik oder im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau eng zu verbinden. Interdisziplinäre Denkweise, Experiment und Simulation sowie massiver Computereinsatz gehören seit den ersten Jahren des Lehrstuhles zu seinen Arbeitsmethoden. Damit ist der Lehrstuhl Angewandte Mechanik seit 1997 im Institut für Mechatronik folgerichtig eingeordnet. Neuere Projekte zu Laufmaschinen und Humanoiden Robotern sind eng mit der Medizin und Biologie verwachsen.

 

Mit Prof. Heinz Ulbrich wurde ab 2001 der Fokus des Lehrstuhls in Richtung Mechatronik verstärkt. Neben der nichtlinearen Maschinen- und Mehrkörperdynamik kamen neue  Forschungsprojekte hinzu, wie die Entwicklung von Aktoren und inertialen Sensorsystemen. Darüber hinaus wurden neben den humanoiden Robotern weitere Robotersysteme wie Hexapoden oder hochdynamische kompakte Kameraorientierungssysteme sowie ein autonomer Ernteroboter entwickelt. Weitere Forschungsprojekte hatten die Entwicklung von Fahrsimulatoren und einer hochdynamischen Plattform zum Durchwandern virtueller Welten zum Ziel. Hinzu kamen  aktiv gelagerte Rotorsysteme und Projekte für die Kfz-Industrie zur Optimierung des Verbrauchs, wie aktive Nockenwellenversteller, aktive Verstellmechanismen zur Anpassung der Ventilfederhebungskurve und Mechanismen zur Reduktion von Drehungleichförmigkeiten im Antriebsstrang bei Motoren mit reduzierter Zylinderzahl ("Downsizing").

Zur Bearbeitung der vielfältigen interdisziplinären Themen arbeiten am Lehrstuhl ständig ca. 20 Doktoranden. Neben Maschinenbauern reihen sich Mathematiker, Physiker und Elektrotechniker nahtlos ein. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis des Lehrstuhls liegt in den kurzen Kommunikationswegen zur eigenen mechanischen Werkstatt und unserem Elektroniklabor.

 

Das wissenschaftliche Profil des Lehrstuhls unterstützt und fordert die Fähigkeiten des Ingenieurs, speziell interdisziplinäres Systemverständnis, Abstraktionsvermögen und analytischen Sachverstand. 

Deswegen ist die enge Verzahnung zwischen Forschung und Lehre für den Lehrstuhl wichtig. Um diesem Anspruch zu genügen, bietet der Lehrstuhl zahlreiche Lehrveranstaltungen in allen Phasen des Studiums an, z.B. die Vorlesung Technische Mechanik über 3 Semester im Vordiplom oder die Hauptdiplomsfächer Mehrkörpersimulation, Maschinendynamik und Roboterdynamik. Ebenso sind Studien- und Diplomarbeiten der Studenten ein wichtiger Bestandteil des Lehrstuhllebens.